Idealtypische Funktionen wohlgeformter systemischer Interventionen im Rahmen von Organisationsberatung


Unlängst bin ich gefragt worden, welche Funktionen „wohlgeformte“ systemische Interventionen im Rahmen von Organisationsberatung idealerweise entfalten können. Ich habe mir etwas Bedenkzeit erbeten und zwei Tage später mit folgender kurzer Aufzählung geantwortet, die selbstverständlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt:

Sie

  • dienen der Entlastung von Individuen, etwa wenn auftretende strukturelle Konflikte bzw. Probleme an individuellen „SymptomträgerInnen“ festgemacht werden („Sie\Er ist schuld!“);
  • regen alternative Sichtweisen an und können einen wesentlichen Beitrag zur „Aufweichung“ bzw. Auflösung von vorhandenen „lähmenden Gewissheiten“ leisten;
  • ermöglichen eine günstige Nähe-Distanz-Regulierung, womit einerseits die Anschlussfähigkeit zum Kundschaftssystem sicher gestellt und andererseits klare Grenzziehungen zwischen KundInnensystem und Beratungssystem etabliert werden;
  • tragen zur Öffnung von Widersprüchen und Ambivalenzen bei, wenn etwa eine Seite des Widerspruchs tabuisiert ist;
  • berücksichtigen „ratio“ und „emotio“ gleichermaßen;
  • machen Unterschiede sichtbar und regen zur alternativen Unterschiedsbildung an.
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