Feste und lose Kopplung in Organisationen


Was zunächst vielleicht ein wenig eigenartig anmutet, nämlich Organisationen gemäß ihren jeweiligen Kopplungsmodalitäten zu unterscheiden, wirkt einleuchtend, wenn wir mit diesem Fokus etwa kleine Familienbetriebe mit großen Industrieunternehmen vergleichen:

In kleinen Familienbetrieben wirken die einzelnen Individuen als organisierendes Prinzip und werden deshalb die relevanten Interaktions- und Verhaltensmuster an den Bedürfnissen, Fähig- und Fertigkeiten der vorhandenen Individuen ausgerichtet. Diese stellen die essenzielle Entscheidungsprämisse dar. Die Individuen sind nicht austauschbar und somit fest gekoppelt, dafür besteht große Variabilität hinsichtlich der Aktionen.

Ganz anders in Großunternehmen: Dort lässt sich viel eher lose Kopplung von Individuen konstatieren, hingegen liegt feste Kopplung von Aktionen vor – sichergestellt durch klar definierte Prozesse. Solche sachorientierte Organisationen stellen darauf ab, die prinzipielle Austauschbarkeit der beteiligten Individuen zu gewährleisten, insbesondere durch die Etablierung von Normen und Standards. Hier kommt dem Kopplungsmedium Geld eine besonders große Bedeutung zu. Dieses koppelt die Organisationsmitglieder aneinander, stellt damit andererseits jedoch auch die Möglichkeit der Entkopplung zur Verfügung.

Und wie verhält es sich in Teams? Nun, hier kommt es zu einer Symbiose von Sach- und Personenorientierung. Dies hat zur Folge, dass einerseits das Überleben des Systems „Team“ nicht von der Mitgliedschaft einzelner Individuen abhängig ist, andererseits jedoch die beteiligten Individuen nicht so einfach ausgetauscht werden können wie in hochgradig sachorientierten Organisationen. Da die beteiligten Individuen füreinander berechenbar (geworden) sind – wodurch in der Folge Vertrauen entsteht\entstanden ist – braucht es keine bis wenige formalisierte Kommunikationswege, wodurch häufig Zeit gespart werden kann.

Welche Kopplungsmodalitäten nun die günstigsten sind? Nun, das hängt davon ab…

Eingebettet in relevante Umwelten, die über längere Zeit hinweg relativ konstant bleiben, können stabile Programme die ökonomisch klügste „Antwort“ sein. In Milieus und Umweltkontexten hingegen, die sich rasch verändern (etwa dynamische Märkte), wird es wohl eher günstig sein, wenn „eingespielte“ Akteure sich schnell mit herausfordernden Aufgaben befassen können – ohne die Notwendigkeit vorher vorzunehmender wechselseitiger Beziehungsdefinitionen und Konfliktbearbeitungen.

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