Die „systemische Schleife“ – ein Prozessmodell


Bei meiner systemisch-lösungsorientierten Tätigkeit in den Bereichen Organisationsberatung bzw. -entwicklung spielt das Basismodell der sogenannten „systemischen Schleife“ eine wichtige Rolle. Worum es dabei geht? Nun, es handelt sich hierbei um ein recht simples (im besten Sinne) Prozessmodell, welches treffend die systemische Haltung zum Ausdruck bringt.

Die Schrittfolge lässt sich dergestalt abbilden:

Sammeln von Informationen – Bilden von Hypothesen – Planen von Interventionen – Setzen von Interventionen – Beachten und Nutzen der Auswirkungen (für die nächste systemische Schleife)

Und innerhalb jedes Schrittes in diesen spiralförmigen systemischen Schleifen, was findet sich da wieder? Genau, ebenfalls eine systemische Schleife. Jeder Schritt folgt wiederum in sich dem Grundmuster der systemischen Schleife, das sind dann also die „Schleifen in der Schleife“. Klingt kompliziert – ist aber gar nicht so schlimm.

Probieren wir es aus: Stellen Sie sich vor, Sie führen ein Interview mit einer Führungskraft im Rahmen des Schrittes „Sammeln von Informationen“ zu Beginn eines Organisationsentwicklungsprozesses: Auch innerhalb dieses Schrittes lässt sich das Prozessmodell der systemischen Schleife ausmachen. Zunächst haben Sie zumindest Basisinformationen zu Ihrer\Ihrem GesprächspartnerIn erlangt, dann hat sich womöglich die eine oder andere Hypothese eingestellt, Sie haben daraufhin überlegt, welche Fragen Sie Ihrem Gegenüber stellen könnten, haben dann eine der geplanten Fragen gestellt und auf die Antwort geachtet, wodurch Ihnen nunmehr wieder Informationen zur Verfügung stehen, woraufhin sich wiederum Hypothesen…

Und bleiben Sie ruhig gelassen: Zwischen den Extrempositionen „Wenn Dich eine Hypothese heimsucht, dann setze Dich in die nächste Ecke, nimm eine Kopfschmerztablette und warte, bis der Anfall vorbei ist“ (in Anlehnung an Steve de Shazer) und „Ohne Hypothese herrscht absolutes Interventionsverbot“ könnte hilfreicherweise auch ein Weg zur Verfügung stehen, den ich als „Wenn sich eine Hypothese einstellt, dann biete sie dem KundInnensystem im Moment des Offerierens möglichst absichtslos an, wenn sich keine einstellt, dann ist das auch völlig in Ordnung“ umschreiben möchte.

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Eine Antwort zu “Die „systemische Schleife“ – ein Prozessmodell

  1. Constantin Sander

    Ha, das gefällt mir. Denn dogmatische Hypothesenverweigerer sind ebenso „Gläubige“ wie diejheigen, die ihre Hypothesen mit objektiver Wirklichkeit verwechseln. Ganz ohne Hypothesen geht nix. Meine Meinung. Das ist unserem Grundbedürfnis nach Orientierung und Kontrolle (Klaus Grawe) geschuldet. Nur loslassen sollten wir sie denn doch können …

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