Archiv der Kategorie: Systemische Splitter

Zwischendurch


Pessimist des Intellekts sein und trotzdem Optimist des guten Willens bleiben können. Wenn dazu noch die Möglichkeit und die Fähigkeit treten, sich (nahezu) immer und überall denken zu können: „Und ich kann auch ganz anders“, dann fühlt sich das ja fast an wie Freiheit.

Das ist weit weg von jeder Selbstverständlichkeit.

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„Die Geister, die ich rief“


„Und sie laufen! Nass und nässer wird’s im Saal und auf den Stufen, welch entsetzliches Gewässer! Herr und Meister, hör mich rufen! Ach, da kommt der Meister. Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los!“

Wer kennt sie nicht, Goethes Geschichte vom Zauberlehrling, der den Besen verhext und ausschickt, um Wasser vom Fluss zu holen. Doch er vergisst das Zauberwort, um den Besen wieder zu stoppen – und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Als solch ein Zauberlehrling stellt sich aktuell beispielsweise „Facebook“, eines der weltweit einflussreichsten Unternehmen der Gegenwart, dar. Dessen große Popularität basiert auf dem Netzwerkeffekt: Der Vorteil für jede Nutzerin und jeden Nutzer, Teil eines Netzwerks zu sein, wächst mit der Anzahl der Nutzerinnen und Nutzern desselben. Gleiches gilt für den Nachteil, wenn man nicht dabei ist. Und je öfter man Facebook nutzt, desto zuverlässiger erfolgt ebendort das „Bespieltwerden“ mit Nachrichten, Werbung, usw. jener Art, die man bislang bereits nachgefragt bzw. goutiert hat. Die Algorithmen, die da am Werk sind, stellen sukzessive sicher, dass – wie es so schön im „Produktquadranten“ des Marketing-Mix-Konzepts heißt – vielversprechende homogene Zielgruppen ausgemacht werden können. Und solche sind ja die Voraussetzung für jedes professionelle Produktmanagement. Weiterlesen

„Wer nicht handelt, wird behandelt“ oder: Es hat einen Preis, die Verantwortung in die Hände eines „Erlösers“ zu legen


Ist es nicht großartig, all diese Zeitersparnis: Vorbei die ineffizienten Tage, als wir unter „persönlichem Kleidungsstil“ noch verstanden haben, nach aufwändiger Suche eine ganz bestimmte Hose mit einem beim letzten Italienaufenthalt erstandenen besonderen Hemd zu kombinieren – und dazu noch spezielle Schuhe zu tragen, die, braun an den Füßen eines für sein lässiges Outfit bewunderten Bekannten steckend, erst einmal – zwecks Unterscheidung – in schwarzer Farbe für die Komplettierung der eigenen Erscheinung aufgetrieben werden „mussten“. Kein Zweifel: Ein erklecklicher Zeitaufwand.

Heute geht das so: Im Web etwa zu „Outfittery“, „Modomoto“ oder „About You“ surfen, prototypische „Styles“ anklicken, ein paar Vorlieben nennen, vielleicht sogar gemeinsam mit einem Call Center-Herrn einen standardisierten Fragebogen am Telefon oder im Chat abarbeiten, ein bis drei „Packages“ bestellen, alles kommt bald per Post – und fertig ist der „individuelle“ Stil. Kein Zweifel: Eine große Zeitersparnis.

Dieses Prinzip lässt sich (und wird auch) ohne große Mühen auf andere „Güter“ übertragen, als Beispiele mögen Musik (etwa „Spotify“), Literatur (etwa „Amazon“ – „Wird oft zusammen gekauft“, „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch“), Reisen („Unplanned“ bzw. diverse andere Unternehmen, die das sogenannte „blind booking“ anbieten) oder auch die PartnerInnensuche (z. B. „Parship“ und viele andere Anbieter) dienen. Kein Zweifel: Eine große Zeitersparnis. Weiterlesen

Schreiben als Not-Wendigkeit oder: Wenn die Pause in den Schatten drängt…


Am 17. Dezember 2012 habe ich Sie, verehrte Leserin, und Sie, werten Leser, per Blogeintrag davon in Kenntnis gesetzt, dass dieser Blog derzeit leider „ruhen“ müsse. Es gab in der Folge dann noch einen Gastbeitrag Anfang 2014, „eigentlich“ war aber jetzt für gut 5 – in Worten fünf (!) Jahre Blog-Pause;…

…und jetzt, am 1. Jänner 2018, drängt die Pause in den Schatten und das Verfertigen weiterer Beiträge wird für mich – aufgrund der im Vergleich zu Ende 2012 in meiner Wirklichkeit massiv veränderten Rahmenbedingungen meiner Lebenswelt – zur Not-Wendigkeit (nein, es handelt sich nicht um einen orthographischen Fehler).

Alleine diese Behauptung erfordert nähere Erläuterungen: Ich freue mich also, wenn Sie Interesse haben, ab nun (wieder) regelmäßig hier „vorbeizuschaun“ und den einen oder anderen Beitrag von mir zu lesen und gerne auch zu kommentieren. Diese werden regelmäßig erscheinen, wobei ich den entsprechenden Rhythmus als „in lockerer Folge mit verbindlicher Frequenz“ beschreiben will – mehr wird aber auch schon nicht mehr verraten.

 

Blogpause aufgrund neuer Publikation


Werte Interessentinnen und Interessenten, liebe Leserinnen und Leser,
dieser Blog muss derzeit leider „ruhen”, weil eine neue Publikation im Entstehen begriffen ist, die meine „Autoren-Ressourcen” zur Gänze in Anspruch nimmt – ich bitte um Ihr geschätztes Verständnis und hoffe, dass Sie im bestehenden Fundus für Sie interessante Beiträge finden werden.

Und falls Sie es noch nicht haben:

„b\logbuch einspunktnull – Systemisch-lösungsorientierte Miniaturen”

„b\logbuch einspunktnull – Systemisch-lösungsorientierte Miniaturen” umfasst ein Sammelsurium systemisch-lösungsorientierter Miniaturen. Dieses beinhaltet ein paar längere Artikel zu systemischen Interventionstechniken, mehrere Gedankensplitter zur Konfliktthematik, diverse Überlegungen zum systemischen Führen, Anekdoten, Sprichwörter, usw.

Ideal für BeraterInnen, Coaches, Führungskräfte, PersonalistInnen, PsychotherapeutInnen, MediatorInnen und PädagogInnen – oder als Geschenkbuch für alle am systemischen Denken und Handeln Interessierte.

Neugierig geworden? Sie haben die Möglichkeit, das komplette Inhaltsverzeichnis (9783200024984_inhaltsverzeichnis) sowie eine Leseprobe (9783200024984_leseprobe_01) downzuloaden. Sie können das Buch auch per Mail direkt bestellen (versandkostenfrei – gültig für Österreich, Deutschland und die Schweiz). Hier geht es zu einer Online-Bestellmöglichkeit.

Eckdaten:
Titel: b\logbuch einspunktnull – Systemisch-lösungsorientierte Miniaturen * Autor: Tom Hansmann * Verlag: Systworks Publishing, Wien * Preis: 29,90 Euro (inkl. 10% USt.) * 208 Seiten * gebunden * Leinen mit Lesebändchen * 21 x 13 cm * ISBN 978-3-200-02498-4

Das Frontalhirn nutzen: Eine Anleitung für konstruktives Kritisieren


Ein Gastbeitrag von Michaela Faulhammer

Als ich kürzlich im Rahmen eines Coachings eine Führungskraft gefragt habe, wie sie auf eine sogenannte „Minderleistung“ reagieren würde, war die ganz „einfache“ Antwort wie folgt: „Ich sag´ einfach was nicht passt“. Soweit so gut habe ich mir da gedacht. Gesteuert von Beratungsziel und -auftrag forschte ich weiter nach, in welcher Zeitlichkeit dies denn passieren würde, und bekam dann ein spontanes „Na sofort, weil ich ärgere mich ja über sowas“ zur Antwort.

Wie denn dies dann zur Sprache gebracht werden würde, interessierte mich als nächstes – und da der Kunde mir seine Erfahrung in solchen Gesprächen zusicherte, lud ich ihn ein, dieses Gespräch mit mir zu simulieren. Ich bat die Führungskraft darum, mir kurz das Problem zu schildern (es handelte sich um das Abliefern „minderwertiger“ Reports und die Verweigerung der Nachbesserung derselben).

In der Simulation entspann sich in etwa folgender Dialog: Weiterlesen

Galerie

Impressionen von der Präsentation des „b\logbuch einspunktnull“ am 29. Februar 2012 in Wien

Diese Galerie enthält 8 Fotos.


Am 29. Februar 2012 habe ich das „b\logbuch einspunktnull – Systemisch-lösungsorientierte Miniaturen“ in Wien der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt und einige Beiträge daraus gelesen. Über 80 Personen zeigten sich begeistert und spendeten viel Applaus. Das feine Buffet von fingerfood kitchen catering … Weiterlesen

NEU erschienen – das Buch zum Blog!


Tom Hansmann: „b\logbuch einspunktnull – Systemisch-lösungsorientierte Miniaturen“

Das Buch enthält alle Blogbeiträge von 4. August 2009 (also von Beginn an) bis 31. Jänner 2010 in bearbeiteter Form, ergänzt um Fragestellungen, die sich im Rahmen der systemisch-lösungsorientierten Beratung als hilfreich erweisen. Die im Buch versammelten Miniaturen stehen online nicht mehr zur Verfügung, jene von Februar 2010 bis zum heutigen Datum schon.

“b\logbuch einspunktnull – Systemisch-lösungsorientierte Miniaturen” umfasst ein Sammelsurium systemisch-lösungsorientierter Miniaturen. Dieses beinhaltet ein paar längere Artikel zu systemischen Interventionstechniken, mehrere Gedankensplitter zur Konfliktthematik, diverse Überlegungen zum systemischen Führen, Anekdoten, Sprichwörter, usw.

Ideal für BeraterInnen, Coaches, Führungskräfte, PersonalistInnen, PsychotherapeutInnen, MediatorInnen und PädagogInnen – oder als Geschenkbuch für alle am systemischen Denken und Handeln Interessierte.

Neugierig geworden? Sie haben die Möglichkeit, das komplette Inhaltsverzeichnis (9783200024984_inhaltsverzeichnis) sowie eine Leseprobe (9783200024984_leseprobe_01) downzuloaden. Sie können das Buch auch per Mail direkt bestellen (versandkostenfrei – gültig für Österreich, Deutschland und die Schweiz). Hier geht es zu einer Online-Bestellmöglichkeit.

Eckdaten:
Titel: b\logbuch einspunktnull – Systemisch-lösungsorientierte Miniaturen * Autor: Tom Hansmann * Verlag: Systworks Publishing, Wien * Preis: 29,90 Euro (inkl. 10% USt.) * 208 Seiten * gebunden * Leinen mit Lesebändchen * 21 x 13 cm

Defizite in Fähigkeiten verwandeln: Die Geschichte vom schüchternen Bären und der Eule


Es war einmal ein Bär namens Chary, so ein richtig niedlicher putziger Bär. Aber Chary hatte ein Problem, nämlich seine Schüchternheit.

Wenn er mal wieder Nachschub an Honig benötigte – und das war recht häufig der Fall, weil Chary Honig über alle Maßen liebte – und sich vor dem „Honey in one minute“-Laden in der langen Warteschlange anstellen musste, konnte es schon vorkommen, dass er jedem, der ihm mit dem Argument kam, es eilig zu haben, den Vortritt ließ. Wenn er dann drei Stunden später endlich an der Reihe war, ergatterte er oft nur mehr ein kleines Glas von dem begehrten Blütenhonig, was ihn dann manchmal die ganze Nacht und den ganzen nächsten Tag ärgerte.

Oder wenn er hin und wieder Madeleine Bearowicz begegnete, dem schönsten und charmantesten Bärenmädchen weit und breit, dann fing er an zu beben und so zu erröten, dass seine Schnauze ganz exakt die gleiche Farbe annahm, wie wenn er – was er nur ganz selten tat – einen halben Liter Honigwein getrunken hätte. Und wenn sie ihn dann auch noch anlächelte, weil sie ihn, zumindest hatte ihm sein Arbeitskollege, der Hund Paddy, das gesagt, gern mochte, dann pfiff ihm heiße Luft aus den Ohren vor Aufregung und er brachte nichts anderes als ein leises gehauchtes „Hallo Madeleine, es ist schön, Dich zu sehn“ heraus, so verrückt verzückt verzaubert verschüchtert war er von ihrem Anblick. Und es quälte ihn eine ganze Woche, sie wieder nicht ins Freiluftkino am Waldsee eingeladen zu haben. Weiterlesen

Ein paar anregende Sprichwörter mehr…


Nach längerer Zeit werde ich heute wieder ein paar Sprichwörter zum Besten geben, die mir in den letzten Monaten begegnet sind, sich als für systemisches Denken (Nach- und Vordenken) sehr anschlussfähig erweisen und in der Folge Aufnahme in mein Notizbuch gefunden haben:

„Indem wir fortwährend uns üben, es mit allerlei Mitmenschen auszuhalten, üben wir uns unbewusst darin, uns selber auszuhalten: was eigentlich die unbegreiflichste Leistung des Menschen ist.“ (Friedrich Nietzsche)

„Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer trifft sie der Zufall.“ (Friedrich Dürrenmatt).

„Entweder man lebt, oder man ist konsequent.“ (Erich Kästner)

„Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

„Manche Menschen würden eher sterben als nachdenken. Und sie tun es auch.“ (Bertrand Russell)

„Überhaupt ist es für den Forscher ein guter Morgensport, täglich vor dem Frühstück eine Lieblingshypothese einzustampfen, das erhält jung.“ (Konrad Lorenz)

„Die Reparatur alter Fehler kostet oft mehr als die Anschaffung neuer.“ (Wieslaw Brudzinski)

„Menschen, an denen nichts auszusetzen ist, haben nur einen, allerdings entscheidenden Fehler: Sie sind uninteressant.“ (Zsa Zsa Gabor).

„Glück ist ganz einfach gute Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis.“ (Ernest Hemingway)