Archiv der Kategorie: Splitter 01\2012

Kundschaft und Coach – eine TanzpartnerInnenschaft auf Augenhöhe


Systemisch-lösungsorientiertes Coaching wird manchmal mit dem Bild eines „gemeinsamen Tanzes“ beschrieben, welches ich grundsätzlich auch sehr passend finde. Nachfolgend werde ich einige Gedanken formulieren, die ich zum Bild von „Coaching als TanzpartnerInnenschaft“ habe:


Die Passung

Nun ja, es ist ja schon durchaus als mutig zu bezeichnen, mit dem Bedürfnis zu tanzen alleine bei einem Ball aufzukreuzen oder beim Tanzunterricht in einer Tanzschule vorstellig zu werden. Für manche ist es gleichbedeutend mit dem Eingeständnis, über keine\n passenden PartnerIn zu verfügen, auf eine\n Fremde\n angewiesen zu sein. Wer dann als TanzpartnerIn passt? Selbstverständlich, Eigenschaften wie Größe, Gewicht, Aussehen, Bekleidung, usw. können relevante Auswahlkriterien dafür sein, wer auserkoren bzw. von wem man zum Tanzen ausgewählt wird. Auch einschlägige Bildung – vielleicht noch zur Schau gestellt mit entsprechenden Abzeichen (etwa „Gold“) – und Erfahrung können ausschlaggebend für die Wahl bzw. das Gewählt werden sein. Klar, der erste Eindruck ist wichtig, sonst sagt das Gegenüber gleich „Nein“ oder verschwindet stillschweigend flugs an die Bar.

Was ist jedoch entscheidend, ob das begonnene Tanzen dann Freude macht und belebt oder aber zur lästigen Pflichtübung verkommt und Beklemmungen hervorruft? Neben einem erforderlichen Maß an Vorschussvertrauen geht es wohl um das Vermitteln eines Gefühls von Sicherheit und zugleich Leichtigkeit, um Haltung sowie um kooperatives Verhalten, das ist zumindest meine Vermutung – und auch Erfahrung.

Sicherlich, es gibt auch TänzerInnen, die alleine am Ball erscheinen, um ihre bisherigen Erfahrungen um neue zu bereichern und ihr Können zu vergrößern. Genau so gibt es auch Coaching-Kundschaften, für die es eine Frage der professionellen Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit und somit eine Selbstverständlichkeit darstellt, etwa vor wesentlichen Entscheidungen „auf der Probebühne Coaching“ die möglichen Vor- und Nachteile unterschiedlicher Entscheidungsvarianten „durchzuspielen“. Bei meinen KundInnen jedoch überwiegt die Zahl derer, die zuvor – aus ihrer Sicht erfolglos – versucht haben, mit einem Thema im beruflichen Kontext zurechtzukommen und sich auch eingestehen mussten, dass sie kein passendes Gegenüber haben, das sie zu Rate ziehen können oder wollen. Es stellt eine sehr beachtliche Leistung dar, sich dies einzugestehen und den Weg zu einer\einem Coach anzutreten.

Gewiss, eine Kundschaft muss dann erst einmal zu mir finden. Dabei kann – so haben es mir einige KundInnen später anvertraut – etwa eine Rolle spielen, dass ich gelernter Jurist („was G´scheites gelernt“) bin, Geschäftsführer und Vorstand in erwerbswirtschaftlichen Unternehmen gewesen bin („kennt sich aus in der Wirtschaft“), nicht mehr ganz jung bin („kein Greenhorn mehr“), ein Mann bin (auch das Geschlecht kann mitentscheidend sein), usw. Meistens allerdings kommt jemand auf Basis einer Empfehlung einer anderen Kundschaft auf mich und zu mir, genieße ich also auf diesem Wege das Vorschussvertrauen von jemandem (daher gebe ich wenig auf „Coaching-Titel“, Zertifizierungen, aggressives Marketing, usw.).

Wenn ein Kunde\eine Kundin dann erst einmal vor mir sitzt, worum geht es dann? Er oder sie muss meiner Ansicht nach zunächst die Sicherheit gewinnen können, bei mir „gut aufgehoben“, d. h. an einen vertrauenswürdigen und kompetenten „Experten für hilfreiche Gespräche“ gekommen zu sein. Weiters ist eine Haltung der\des Coach wesentlich, die von der Überzeugung getragen ist, dass jedem Menschen eine Fülle von Ressourcen und Kompetenzen eignet („Potenzialhypothese“), das Gegenüber also kompetent ist, Expertin\Experte für ihre\seine „Angelegenheiten“. Und zudem geht’s ums Kooperieren auf Augenhöhe, um das neugierige Eingehen auf die Konstruktionen der Kundschaft, auf das, was ihr wichtig ist. Anders gesagt: Nur weil Mambo gespielt wird heißt das noch lange nicht, dass „Dirty Dancing” angesagt ist. Oder wollen Sie, wenn langsame Musik erklingt, dass Ihr\e PartnerIn gleich einen „L’amour Hatscher” aufs Parkett legt?


Das gemeinsame Tanzen

Was macht denn eine TanzpartnerInnenschaft auf Augenhöhe aus? Und wie lässt es sich trefflich gemeinsam miteinander tanzen? Zunächst einmal ist eine TanzpartnerInnenschaft keine TanzlehrerIn-Tanzschülerin-Beziehung, wo die\der Eine dem\der Anderen die „richtigen“ Schritte beibringt, sondern eine PartnerInnenschaft, wo jede\r ihre\seine Expertise einbringt und aufmerksam rücksichtsvoll die Füße der\des jeweils Anderen schont. Ganz wesentlich ist dabei die angemessene Nähe-Distanz-Balance, das Wahren des „Hoheitsgebietes“ der\des Partnerin\Partners. Ein Unterschreiten der gebotenen Distanz kann als einengend und aufdringlich erlebt werden, ein zu weiter Abstand wiederum kann als Desinteresse bzw. als Ambition zum „Line Dance“ aufgefasst werden, wo es für das gelingende Tanzen auch einmal reichen kann, nebeneinander das Gleiche zu tun.

Worauf es ankommt beim gemeinsamen Tanz miteinander? Es reicht so gar nicht, wenn jede\r für sich – sozusagen „auf dem Trockendock“ – die je spezifischen Tanzschritte beherrscht. Auf das Interagieren, auf die Wechselwirkung, auf das Finden eines passenden Rhythmus, auf das angemessene, Dynamik ermöglichende Überraschen, auf Variationen, die sich aus immer neuen Möglichkeiten ergeben – darauf kommt es an. Und: Auch wenn es für BeobachterInnen oft so leicht und geschmeidig wirkt: Es ist und bleibt Arbeit – die ja freudig und anstrengend zugleich sein kann. Wie meint Carlo Labin so treffend: „Der Tango – das sind zwei ernste Mienen und vier Beine, die sich amüsieren.

Und auch beim systemisch-lösungsorientierten Coaching geht es um das Miteinander, liegen die Parallelen zur TanzpartnerInnenschaft auf der Hand, geht es ums „Führen und Schritt halten“, um das unaufdringlich neugierige Wahrnehmen von Veränderungen, das freundliche Dranbleiben und Offen legen, das hilfreiche Impulse geben, das Anbieten von Möglichkeiten,…

Ein\e der Kundschaft hinterher hechelnde\r oder ein\e dem Kunden\der Kundin davon sprintende Coach ist selten hilfreich. Und was wäre, wenn die\der Coach die Tanzschritte und -figuren der Kundschaft auch nicht zu verstehen trachtete, sondern diese einfach genießen würde? So im Sinne eines „abstinenten Führens“ (© Regina Fichtl), wie das unlängst eine „meiner“ SeminarteilnehmerInnen genannt hat?


Tanz, Musik und Auftrag

Die Liste der Tänze ist lang und reicht so etwa von „African Dance“ bis „Zouk“. Was den TanzpartnerInnen die erklingende Musik (oder haben Sie schon einmal versucht, zu einem Walzer von Johann Strauß Salsa zu tanzen?) ist Kundschaft und Coach im Coaching der Auftrag. Wenn dieser etwa lautet, dass die\der Coach im Sinne eines advocatus diaboli Ideen der Kundin\des Kunden kritisch hinterfragen soll, so macht das ja einen signifikanten Unterschied zu einem Auftrag, der in Richtung „das Gespräch so strukturieren, dass ich nicht vom Hundertsten ins Tausendste komme“ lautet.

Übrigens: Ein Auftrag muss erst einmal angenommen werden, also für den\die Coach „operabel“ sein – vielleicht scheiden ja Aufträge zur Mitwirkung am Kick Ball Change aus, oder – mangels Möglichkeit zur Wahrung der gebotenen Nähe-Distanz-Balance – auch solche zur Teilnahme an einem „Hosentürlreiber“.

Dazu kann ich den Song „Tanzpartner“ von Funny van Dannen wärmstens empfehlen.

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Oh, it all depends…


Gerade eben habe ich mich beim Durchschmökern verschiedener Online-Foren zum Thema „Finanzkrise“ ertappt. Der sich aufdrängenden Frage „Und wozu war das jetzt nutze?“ konnte ich zwar mit einem „Jetzt ist es zu spät für Dich!“ kontern, allerdings muss ich jetzt umgehend ein paar Zeichen von mir geben.


Kausalität – der Traum von Ursache-Wirkungszusammenhängen

Jaja, da gibt es eine – übrigens die zahlenmäßig stärkste – „Fraktion“, die darum rittert, die einzige, echte und wahre Begründung für die Finanzkrise anbieten zu können. Da flüstert es aus vielen Ecken („Ich hab´s immer schon gewusst…“), dröhnt es von Elfenbeintürmen („Das musste ja so kommen, weil…“), schreit es aus Zeitschriften und Magazinen („Ich habe recht, ich weiß, warum…!“). Gestatten Sie mir die provokante Bemerkung: Und wenn schon, wen interessiert´s? Darauf die Fraktionszugehörigen im Chor: „Ohne die genaue Bestimmung der Ursache kann es keine gute Zukunft geben, Ignorant!“ Und da ist sie wieder, unsere alte gute Bekannte, die Kausalitätsgläubigkeit. Triviales System oder lebendes System? Egal, her mit der (möglichst einen) Ursache, dann gleich her mit den Schuldigen – und dann ist alles wieder gut… oder etwa doch nicht? Und das wird dann noch „systemische Krise“ genannt. Oje.


Alles hängt mit allem zusammen – Om oder wie?

Kommen wir zur zweiten Partei, den „Alles ist mit allem vernetzt“-Gläubigen. Die Wirklichkeit ist ganzheitlich, holistisch, allübergreifend, außerdem fließt es auch noch überallhin, dazu ist alles noch im kosmischen Urlaut … om … om … eingebettet. Lasst uns singen und tanzen und radfahren und dabei meditieren für den Weltfrieden. Au weia.


Es kommt darauf an. Es hängt davon ab.

Fritz B. Simon  meint wörtlich im Interview: „Die gegenwärtige Krise des Weltwirtschaftssystems ist ja so etwas wie eine gigantische Werbeveranstaltung für systemisches Denken. Jetzt weiß auch der letzte Anhänger geradlinig kausaler Modelle, der Main-Stream-Wissenschaften oder von Kontroll-Ideen, dass die Welt und mit ihr die Wirtschaft nur sehr begrenzt berechenbar ist. Die alten Management-by-Tools sind allesamt auf dem Müll gelandet, wo sie schon früher hingehörten, und mit ihnen die Metaphern der Planung und Steuerung, die ihnen zugrunde lagen.“

Lassen Sie mich es so formulieren: Unabhängig von den jeweiligen Umständen – dem Kontext – gibt es keine Rezepte für das Wahre bzw. das Richtige. Den Glauben daran würde Heinz von Foerster wohl als „Traum der Vernunft“ bezeichnen. Daraus folgt auch, dass bisherigen Rezepturen keinerlei Garantien für zukunftsfähige Lösungen sein können, denn die Umstände haben sich mit Sicherheit geändert. Zudem enttarnt sich jedes Konzept für die Zukunft, das sich einziger Heilsbringer ins Spiel bringt, als Allmachtsphantasie. Um mit Hans Rudi Fischer zu sprechen: Wir sind im „Management by bye“  angekommen.


Der Verzicht auf jede Einsicht

Doch Vorsicht: „Es hängt davon ab“ kann zwar als eine zentrale Botschaft systemischen Denkens dienen, bedeutet jedoch nicht, dass alles mit allem irgendwie zusammenhängt, denn sonst gäbe es ja keinerlei Orientierungspunkte mehr – die Einsicht würde dann dem Verzicht auf jegliche Einsicht weichen. Es kommt vielmehr darauf an, herauszufinden, was womit nicht zusammenhängt. Allerdings darf man sich dann auf das Gefundene wieder nicht verlassen. Kurz gefasst: Systemisches Denken ist ein Denken, welches sich aus dem Interesse an Unterscheidungen speist – und zudem immer mit Überraschungen rechnet.


You need two for tango

Im Rahmen eines Seminars hat Heinz von Foerster (vgl. auch www.univie.ac.at/heinz-von-foerster-archive/) einmal sinngemäß gesagt, dass gerade in der heutigen Zeit, wo keiner mehr alleine viable Lösungen finden kann, es genau darauf ankommt, „in gegenseitig Präsentem zu Zweien zu sein“ (Zitat Martin Buber). Je komplexer die Herausforderung ist, desto größer ist die Wichtigkeit, alle mit an einen Tisch zu bringen, die zur Lösung etwas beitragen können. Heinz von Foerster in einem Interview wörtlich (über seine Zusammenarbeit mit verschiedenen FachexpertInnen): „Es war schwierig mit uns >Superexperten<… Wir haben uns bewusst ausreichend Zeit genommen, um uns als Menschen kennenzulernen. Dabei hat uns Margaret Mead  sehr geholfen. >Ihr Gockeln<, so hat sie uns oft genannt. >Blast euch nicht so auf und bleibt am Thema. Versucht euer Wissen einzubringen, um dem Ganzen zu dienen. Sprecht so, dass ihr verstanden werdet. Hört nicht auf, eure Ideen zu erklären, bis ihr sicher seid, dass die anderen euch verstanden haben. Und hört vor allem zu – schweigt und hört zu! Stellt dann Fragen – nicht, um den anderen in Bedrängnis zu bringen, sondern um zu verstehen – und dann wieder das eigene Wissen einzubringen.<“

Es sei unseren Politikerinnen und Politikern sowie den diversen ExpertInnen und BeraterInnen ins Stammbuch geschrieben: Es geht darum, eine Kultur des Miteinanders zu entwickeln, um viable Lösungen aufspüren zu können. Intelligenz könnte dann ein Resultat aus der Unterscheidung von Überraschungen sein – dafür sind Strategien und Pläne relevant, also alles, was einen Unterschied macht.


Welche Bilder von der Welt kreieren wir?

Und jede\r von uns? Wir sollten unterscheiden, was wirklich ist und was Illusion, also unsere gedankliche Vorstellung von der aktuellen Situation. Weniger Konsum von Massenmedien könnte ein Schlüssel für bekömmlichere Wirklichkeitskonstruktionen sein, mehr Dialog eine Möglichkeit für hilfreichere Co-Konstruktionen, wie wir die Notwendigkeit, dass ein System neue Mechanismen entwickelt, um in Zukunft überlebensfähig zu bleiben, auch als Chance wahrnehmen können.

„Und jetzt heißt es nur noch kurze Zeit durchhalten und 150 Prozent geben!“


Rechnen will gelernt sein oder: Immer derselbe „Schmäh“

„Nur dieses eine Mal noch mehr als hundertprozentigen Einsatz zeigen“
, „wenn der Jänner geschafft ist, dann wird es viel besser“, „durch dieses Tal der Tränen müssen wir noch durch, bevor es viel leichter wird“, „nur noch eine Woche 150 Prozent geben, dann habe ich´s geschafft“:

Die Liste dieser zumeist leeren Versprechungen (sich selbst oder auch von anderen, etwa von Führungskräften, gegeben) ließe sich endlos fortsetzen, wobei sich die Glaubwürdigkeit\Einhaltbarkeit solcher „Ansagen“ ein Kopf an Kopf-Rennen mit jener hinsichtlich Aussagen wie etwa: „Nach diesem Change-Projekt wird dann für lange Zeit Ruhe sein“ liefert, ohne jemals Boden unter die Füße zu bekommen.

Ganz ehrlich: 150 Prozent – was soll das denn sein? Selbst KonstruktivistInnen (außer vielleicht die ganz radikalen) haben ihre liebe Not damit, so zu tun, als ob sie die mathematischen Gesetzmäßigkeiten der Prozentrechnung außer Kraft setzen könnten, denn demgemäß sind 100 Prozent nun einmal alles. 1,5 mal alles? Viel Spaß beim Tête-à-tête mit dem absolut untauglichen Versuch.

Sie gehören zu jenen Menschen, die hin und wieder unfreiwillig mit sich selbst „Buzzword-Bingo“ spielen oder Einladungen anderer zum Mitspielen annehmen und sich dann ärgern, wenn Sie wieder einmal darauf reingefallen sind? Sie dürfen gnädig mit sich sein: Sie sind nicht allein.


Die „80\20-Regel“

Mein Angebot an Sie ist zugegebenermaßen nicht neu – es ist die sogenannte „80\20-Regel“ (auch „Pareto-Prinzip“ genannt), die ich heute in Erinnerung rufen möchte:

Die Entdeckung des „Pareto-Effekts“ wird Vilfredo Pareto, italienischer Ingenieur, Ökonom und Soziologe (1848-1923), zugeschrieben. Pareto hat die Vermögensverteilung in Italien im ausgehenden 19. Jahrhundert untersucht und dabei herausgefunden, dass etwa 20 Prozent der Familien um die 80 Prozent des Vermögens innehaben. In der Folge hat er den Banken geraten, sich vornehmlich um diese 20 Prozent zu kümmern, um so mit geringem Mitteleinsatz große Wirkung zu erzielen. Mithilfe umfangreichen Datenmaterials hat Pareto diesen Effekt für unterschiedlichste Sachverhalte dargestellt.

Die Pareto-Verteilung beschreibt das statistische Phänomen, wenn eine kleine Anzahl von hohen Werten einer Wertemenge mehr zu deren Gesamtwert beiträgt als die hohe Anzahl der kleinen Werte dieser Menge. Daraus leitet sich dann das Pareto-Prinzip ab: Grob vereinfacht (und in vielen Fällen nicht bis unzureichend belegt) besagt es, dass sich viele Aufgaben mit einem Mitteleinsatz von ca. 20 Prozent so erledigen lassen, dass ein Zielerreichungsgrad von 80 Prozent sichergestellt werden kann. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass die fehlenden 20 Prozent zur hundertprozentigen („perfekten“) Zielerreichung einen Mitteleinsatz von 80 Prozent erfordern.


Perfektionismus-Prävention

Wenn Sie neugierig geworden sind, so können Sie die 80\20-Regel ja einmal probeweise auf ihre Tauglichkeit in Ihrem beruflichen Kontext hin überprüfen und auf mögliche Auswirkungen achten. Mögen Sie sich auch daran erinnern, dass – bei aller Wertschätzung für Ihre „Loyalitätsseite“ – „perfekt“ stets die Frage „Nämlich für wen?“ mit sich führt…

Bevor ich es vergesse: Eine „meiner“ Führungskräfte, die ich bis heute in sehr positiver Erinnerung behalten habe, hat sinngemäß die Auffassung – und zwar auch „nach oben“ – mit Erfolg vertreten, dass die Ausstattung „seiner“ Abteilung mit Arbeitskräften und anderen Ressourcen stets dergestalt sichergestellt sein muss, dass regelmäßig mit 80-prozentigem Einsatz das Auslangen gefunden werden kann – um, wie er meinte, „im absoluten Ausnahmefall die letzten 20 Prozent aktivieren zu können.“ Von 150 Prozent war nie die Rede.