Archiv der Kategorie: Splitter 05\2010

„Da habe ich schon ganz andere Konflikte erlebt“ oder: (Un)Günstige Versprachlichungen von KonfliktmittlerInnen


„Sprache schafft Wirklichkeit“: Dieses Zitat von Ludwig Wittgenstein ist mittlerweile „Allgemeingut“ geworden und hat gerade in Konflikten besondere Berechtigung. Welche Versprachlichungen von KonfliktmittlerInnen gewählt werden hat zumeist große Auswirkungen auf die (De)Eskalationsdynamik von Konflikten, auf die Coping- und Solvingressourcen der KonfliktpartnerInnen, auf Haltung und Erwartungen derselben, etc. Weiterlesen

Konflikte durch Verwendung von Ich-Botschaften deeskalieren


Wer kennt das nicht augrund eigener Erfahrung: „Du-Botschaften“ wirken tendenziell konflikteskalierend. Ein Beispiel gefällig?

„Du kommst immer zu spät!“

Oftmalige Auswirkungen sind

  • Abwehr\berechtigter Widerstand (im Sinne von Steve de Shazer als „Angebot zum Kooperieren” im Sinne von „Gehe anders mit mir um!“ zu verstehen) – oftmal verbunden mit einem „Gegenvorwurf“; Weiterlesen

Vorgehensweise und Fragestellungen bei heißen\kalten Konflikten


Konfliktvermittlung in einem heißen oder kalten Konflikt? Das ist eine wesentliche Frage, denn die Temperatur ist neben der Verortung auf der Eskalationstreppe sowie der Einschätzung der „Arena” ein wichtiges Konfliktanalyse-Kriterium. Weiterlesen

Kaum Unterschiede? Dann ´rauf mit der Komplexität!


Werden in sozialen Systemen kaum Unterschiede gemacht so sei der\dem BeraterIn im Sinne der Beratungsleitlinie „Reiz des Gegenteils“ eine Erhöhung der Komplexität mittels Fragestellungen, die in Richtung Unterschiedsbildung, Verflüssigung von Eigenschaften sowie Hinterfragen lähmender Gewissheiten gehen, empfohlen. Erkennen lassen sich solche Systeme (hier am Beispiel eines Unternehmens) etwa an generalisierenden Aussagen wie etwa „alle Marketingleute sind exaltiert“, „nie lässt einen die erste Führungsebene zu Wort kommen“, „mein Chef war schon immer rücksichtslos“, usw. Weiterlesen

Vom „Prinzip konstruktiver Verblödung“ nach Sven Nachmann


Wenn KundInnen im Coaching von sozialen Systemen berichten, die eine hohe Komplexität aufweisen, weil sich etwa schon diverse BeraterInnen intervenierend eingemengt, sich mehrere Probleme eingestellt, sich unterschiedliche Restriktionen gezeigt haben, etc. – dann besteht die Gefahr des Verlierens der Handlungsfähigkeit.

Das Berücksichtigen der Beratungsleitlinie „Reiz des Gegenteils“ bedeutet diesfalls das Befolgen der Regel, dass bei Systemen mit hoher Komplexität hilfreicherweise komplexitätsreduzierende Maßnahmen ergriffen werden sollten. Es geht dann nicht etwa um das Sammeln zusätzlicher Informationen, sondern vielmehr um das bewusste Ignorieren von solchen. Eine diesbezügliche Komplexitätsreduzierung macht das Auffinden von Anregungen für konstruktive Lösungen in der Praxis wesentlich wahrscheinlicher. Weiterlesen