Schlagwort-Archive: Potenzialhypothese

Suggerierte Mängel


Wichtig ist: Wir sind gut so, wie wir sind. Wir sind keine Mangelwesen, vielmehr haben wir alles mitbekommen, um ein gutes Leben zu leben („Potenzialhypothese“). Wir sollten „nur“ darauf achten, dass wir uns keine Differenz zwischen unserem Ist- und irgendeinem behaupteten Sollzustand suggerieren lassen, denn dann liegt plötzlich und unvermittelt ein (konstruierter) Mangel vor, den wir womöglich mittels Konsum auszugleichen versuchen (was wiederum nicht funktionieren kann). Klingt anstrengend? Ist es auch.

Will Rogers meint dazu: „Zu viele Leute geben Geld, das sie nicht haben, für Dinge aus, die sie nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen.“

Der notwendige menschliche Freiraum ist frei von marktwirtschaftlichen Interessen. Wir sind gut so, wie wir sind.

Kundschaft und Coach – eine TanzpartnerInnenschaft auf Augenhöhe


Systemisch-lösungsorientiertes Coaching wird manchmal mit dem Bild eines „gemeinsamen Tanzes“ beschrieben, welches ich grundsätzlich auch sehr passend finde. Nachfolgend werde ich einige Gedanken formulieren, die ich zum Bild von „Coaching als TanzpartnerInnenschaft“ habe:


Die Passung

Nun ja, es ist ja schon durchaus als mutig zu bezeichnen, mit dem Bedürfnis zu tanzen alleine bei einem Ball aufzukreuzen oder beim Tanzunterricht in einer Tanzschule vorstellig zu werden. Für manche ist es gleichbedeutend mit dem Eingeständnis, über keine\n passenden PartnerIn zu verfügen, auf eine\n Fremde\n angewiesen zu sein. Wer dann als TanzpartnerIn passt? Selbstverständlich, Eigenschaften wie Größe, Gewicht, Aussehen, Bekleidung, usw. können relevante Auswahlkriterien dafür sein, wer auserkoren bzw. von wem man zum Tanzen ausgewählt wird. Auch einschlägige Bildung – vielleicht noch zur Schau gestellt mit entsprechenden Abzeichen (etwa „Gold“) – und Erfahrung können ausschlaggebend für die Wahl bzw. das Gewählt werden sein. Klar, der erste Eindruck ist wichtig, sonst sagt das Gegenüber gleich „Nein“ oder verschwindet stillschweigend flugs an die Bar.

Was ist jedoch entscheidend, ob das begonnene Tanzen dann Freude macht und belebt oder aber zur lästigen Pflichtübung verkommt und Beklemmungen hervorruft? Neben einem erforderlichen Maß an Vorschussvertrauen geht es wohl um das Vermitteln eines Gefühls von Sicherheit und zugleich Leichtigkeit, um Haltung sowie um kooperatives Verhalten, das ist zumindest meine Vermutung – und auch Erfahrung. Weiterlesen